© yunus85
21.01.2010
Ein Berliner Einkaufszentrum stellte für Hartz IV-Empfänger ein
skurilles Verbot auf: Die Rolltreppe, die zum Jobcenter führt, ist für
sie tabu!
Vor dem Jobcenter des Berliner
Einkaufszentrum "Kindl-Boulevard" postiert man neuerdings
Sicherheitspersonal. Sinn und Zweck der Aufpasser? Verhindern, dass
Hartz IV-Empfänger die Rolltreppe zum Jobcenter benutzen!
Anstelle der Rolltreppe, die direkt zum Eingang der Arbeitsagentur
führt, sollen die Kunden eine Steintreppe nutzen, die einen kleinen
Umweg darstellt. Diskriminierend - oder gut durchdacht?
Das Management des
Centers in Berlin-Neukölln behauptet, mit diesem Verbot nur die Sicherheit aller Besucher gewährleisten zu wollen.
Die potenzielle Gefahr: Die Kunden, die mit der Rolltreppe
fahren, könnten in den Gegenverkehr derjenigen geraten, die den
rückwärtigen Eingang nutzen und an der Rolltreppe vorbei müssen, um zum
Center zu gelangen.
Die mögliche Folge: Am oberen Ende der Rolltreppe bleiben Kunden
stehen, um den Gegenverkehr passieren zu lassen, woraufhin es auf der
Rolltreppe selbst zu "Auffahrunfällen" kommen kann. Der darauffolgende
Tumult sei vorprogrammiert.
Diese Regelung schreit bereits nach empörten Protesten. Wie der
Tagesspiegel
berichtet, plant das Centermanagement den Ärger mit einer ganz anderen
Lösung zu umgehen: Möglicherweise wird die Rolltreppe zukünftig nur
noch abwärts fahren.